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Ein Herz für Merz

… aber bitte nur eins aus Lebkuchen mit der Aufschrift "18%er"

David M. Katz. Havelsee. Ob es der Bundesmutti ein innerer Vorbeimarsch ist? Immerhin kann sie sich ja nunmehr beinahe entspannt zurücklehnen und beim Stricken vor sich hin murmeln: "Ich habe es euch ja gleich gesagt! Ich wusste um diesen Totalausfall und habe ihn seinerzeit auf Eis gepackt. Aber ihr musstet ihn ja unbedingt wieder ausbuddeln!"

Was auch hätte die CDU damals anderes tun sollen? Es war ja niemand mehr da. Grinsebacke Laschet hatte sich nach dem Ahrtal-Unglück 2021 durch sein würdeloses Verhalten selbst desavouiert und vom Spielbrett genommen.

Die andere Dauergrinsebacke war ein jung vergreister Abgeordneter des Bundestags, dessen Aufbau zum juvenilen Shootingstar die ganze Misere der CDU offenbarte: Die Konservativen waren, zumindest, was ihre führenden Köpfe betrifft, in ihrer Präsenilität seit Kanzler Birne in ihrer in Beton gegossenen Reformverweigerung erstarrt.

Nun pflanzte der Sauerländer Pinocchio das Grabkreuz auf seine Partei: Mit seinen historisch katastrophalen Umfragewerten von 82 % Ablehnung durch das Volk, welches ihn – so wie unsere westfränkischen Vettern im Mai 2017 ihren Macron – zum Verhinderungskanzler wählte.

Nach dem noch schwerer wiegenden Vertrauensverlust durch seine eigenen Parteikollegen – über die Hälfte traut ihm nichts mehr zu – definiert er nichts weniger als den Untergang der zweiten ehemals demokratischen, nunmehr auch ehemaligen Volkspartei. … und das Volk nimmt seinen Wahlverein für ihn in Sippenhaft!

Die CDU "hat fertig", wie Signore Trappatoni sagen täte. Die SPD geht ihr als Quartiermacher in den Untergang voran.

Wie es dazu kommen konnte? Nun, es gibt eine Hauptschuldige: Die verlogene Dame "IDEOLOGIE". Merz ist kein Idiot. Ein studierter Rechtsanwalt, der die Befähigung zum Richter erworben hat und dem der Vampir Blackrock die Satrapie Deutschland anvertraut, kann nicht völlig verblödet sein.

Ein bisschen Dummheit sitzt aber schon mit am Tisch. Oder sagen wir besser: eine ihrer Töchter, oder noch präziser: Metastasen. Es ist die blasierte Borniertheit gegenüber der Geschichte, von der sich so unendlich viel lernen lässt, wenn man sie denn, wie einst Kanzler Birne vorbildlich studiert und ernst genommen hat.

Es ist die versnobte Arroganz gegenüber dem geschlagenen Gegner von gestern, über den man sich kraft eigenen Überlebens so erhaben und andersartig fühlt, dass man beim besten Willen keine Notwendigkeit erblickt, aus dessen Untergang für den eigenen Weg entsprechende Schlüsse zu ziehen.

Falsch gedacht! Das ist ja gerade die perfide Falle, in welche solche Parvenüs immer wieder und mit größter Regelmäßigkeit tappen. Je mehr sie sich von ihren Feinden unterschieden wähnen – desto mehr gleichen sie sich ihnen an.

Man sieht es an den Grünen wie an einem Paradebeispiel. Sie, die einst für den Frieden und eine liberale, basisdemokratische und Machtkonzentration bekämpfende Gesellschaft kämpften, wandelten sich zu einer autoritär ausgerichteten, intoleranten, bösartigen, intriganten und kriegsgeilen Kaderpartei, in der die alte SED keine Mühe mehr gehabt hätte, ihren politischen Zwilling zu erkennen.

Man kann Merz also nicht ohne Weiteres vorwerfen, er würde sich konsequent einer Realität verweigern, welche er auch nicht zu erkennen in der Lage wäre, weil ihn daran der eigene intellektuelle Horizont und eine stark gefilterte Informationsversorgung verhinderten.

Merz hockt nicht abgeschottet hinter einem Wandlitzer Hochsicherheitsbereich. Noch nicht!

Es ist nicht so, dass alles, was er von seinem Lande zu sehen bekommt, sich auf die paar Kilometer Protokollstrecke zwischen seiner Wohnung und dem Kanzleramt beschränkt oder im übrigen auf Potemkinsche Dörfer, welche seine dienstfertigen und um ihre eignen Posten besorgten Hofschranzen in aller Eile errichten, sobald sich Seine Gnaden herablassen, sie zu inspizieren. Noch nicht!

Nein, es ist die panische Angst vor einer Partei, die mittlerweile in ihrer Mitte die Politik vertritt, welche die CDU noch vor drei, vier Jahrzehnten selbst in ihren Parteiprogrammen fixierte, bevor sie sich ohne Not den pseudolinken Möchtegern-Autokraten unterwarf.

Es ist das sich Festhalten an zwei absaufenden, unbeschulbaren, erfahrungsresistenten Parteien, um sich mit knapper rechnerischer Mehrheit noch gegen die gefürchteten Nachbarn von rechts mittels definierter Brandmauern abschotten zu können, weil sich im Keller dieser Nachbarn eine sicher nicht unerhebliche Anzahl von Alt- und Neonazis tummelt.

Der Hammer ist, dass eine von diesen beiden Parteien, die sich heutzutage mit unverfrorener, kaltschnäuziger und blasphemischer Sprachregelung der demokratischen Mitte zuordnet, zum Zeitpunkt ihrer Gründung keine andere Position innehatte, als die heutige AfD.

Sie waren eine rebellische außerparlamentarische Opposition mit teils ernsten, kämpferischen Auseinandersetzungen mit der etablierten Staatsmacht, wenn einem Gorleben oder die Ostermärsche gegen den NATO-Doppelbeschluss noch etwas sagen.

Das begann sich schleichend zu ändern, als ein junger Taxifahrer namens Joschka Fischer am 12. Dezember 1985 in Wiesbaden in Turnschuhen zur Ministervereidigung antrat. Macht korrumpiert die meisten ihrer Inhaber und verändert sie nachhaltig. Man lese das in Wilhelm Hauffs "Das kalte Herz" nach. Dort steht alles geschrieben.

Stellen Sie sich also das bildlich vor, wie drei Ersaufende sich aneinander klammern, mit dem einzigen Erfolg, dass sie ihr Absaufen noch beschleunigen, weil sie sich nicht einmal konzertiert, ruhig und überlegt mit der prekären Lage befassen und auf diese den Gegebenheiten entsprechend rational und lösungsorientiert reagieren können.

Es gab im Mittelalter eine Verschärfung der Todesstrafe des "Säckens", während welcher man ein paar Katzen in den Sack mit dem Delinquenten hineintat. Die Tiere bereiteten in eigener Todesangst dem Verurteilten mit ihren Krallen und Zähnen zusätzliche Pein, bevor alle von einem gnädigen Tod erlöst wurden. Das gibt eine gute Analogie zur jetzigen großen Koalition, wobei SPD und Grüne den Part der Katzen übernehmen und Merzen endgültig den Rest geben.

Die Kommunisten erhoben die Gesellschaftswissenschaften in den Rang von Naturwissenschaften. Damit scheinen sie gar nicht so verkehrt gelegen zu haben – denn die Mechanismen gesellschaftlichen Aufbaus und Verfalls funktionieren wie ein gut geöltes Uhrwerk, präzise und berechenbar und bringen die Zeiger nach einer gewissen Zeit immer wieder an dieselbe Position. Geschichte entwickelt sich helikal.

Es interessiert diese biodynamischen Gesetze einen feuchten Dreck, ob die Marionetten, die nach ihrer Musik zu tanzen haben, Ulbricht, Honecker, Kohl oder Merz heißen. Der Genosse Generalsekretär Gorbatschow hat's mit seinem unsterblichen Aphorismus 1989 auf den Punkt gebracht: "Gefahren lauern nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren."

Das Leben ist, wie es ist und nicht anders. Reagieren kann ich aber nur adäquat, wenn ich es mit spinozistischer Analytik klar in seiner Struktur erkenne und es mir nicht wie Pippi Langstrumpf schön trällere, wie es mir gefällt, wille wille wit … Schönfärben und Schönsaufen sind enge Verwandte.

Insofern ist Merz dazu verdammt, ein totes Pferd zu reiten und das Volk – obschon behäbig und träge wie ein Supertanker auf dem Ozean – begreift das langsam aber sicher. ... nun sogar etwas schneller, weil die Preise an den Tanksäulen seine kognitiven Potentiale massiv mobilisieren.

Das Versagen der Bundesregierung wird nun also dem letzten Deppen klar, denn im Gegensatz zur komplexen geopolitischen Lage ist der Inhalt des eigenen Portemonnaies für jedermann schnell und umfassend überschaubar.

Nein, das "Böser-Zar-an-allem-Schuld"-Gedöns zieht nicht mehr! Vorbei! Die eigenen ehemaligen Verbündeten aus Übersee reißen Kaiser Pinocchio die letzten doppelmoralischen Fetzen vom Leibe.

Deutschland sägt mit Force am eigenen wirtschaftlichen Ast, auf dem es sitzt und schmeißt aber dennoch nicht mehr vorhandenes Geld in Milliardenhöhe wie ein besoffener Hasardeur aus dem Fenster, um in JWD noch irgendwelchen hirnschelligen Wahnsinn zu finanzieren. Die daraus entstehenden Probleme werden dem deutschen Steuerzahler zusätzlich aufgeholzt und langsam reicht es.

Wer noch nicht völlig verblödet ist, sieht, dass der Deutschlanddampfer übler leck geschlagen ist, als seinerzeit die HMS Titanic und deren Schicksal nicht mehr entkommen kann. Der Ereignishorizont ist längst überschritten.

Das sind die Gründe für die schlechtesten Umfragewerte, die ein deutscher Kanzler jemals hatte.

Merz hat nicht den Anstand angesichts dieses Vertrauensverlustes seiner Wähler zurückzutreten und den Weg für Neuwahlen frei zumachen. Hätte er noch einen Funken Ver- oder Anstand, würde er das jetzt tun.

Jetzt! Jetzt, wo noch die Chance besteht, der AfD auf Bundesebene vielleicht noch ein weiteres, ein letztes Mal auszukommen, bzw. ihr ein so vergiftetes Erbe zu hinterlassen, dass diese Partei bei allen gegenteiligen Beteuerungen auch nichts mehr retten kann und der Ball der Enttäuschung zwangsläufig auch in ihrem Strafraum zu liegen kommt. Das wäre noch mal politisch weit- und umsichtig gehandelt.

Zumindest könnte er mit seinen Koalitionsgesellen jetzt noch eine einigermaßen wirkmächtige parlamentarische Opposition hinbekommen, bevor die AfD die absolute Mehrheit erringt.

Nun gut, selbst wenn das geschieht – viel wird, viel kann sich auch nicht ändern: Man sieht das an der abgewirtschafteten PiS in Polen und dem Wahlverlust in Ungarn und in Österreich haben sie auch keine Kehrtwende hinbekommen. Also, was soll das hysterische Geschrei! Das hier ist nicht 1932!

Das lässt sich nicht so eins zu eins vergleichen.

Was will denn die AfD machen? Rechenschieber zur Hand! Eine Millionen Ausländer repatriieren? Eine Millionen, die für den deutschen Steuerzahler kostenlos, zu Fuß und freiwillig hierher kamen, aber keinesfalls auf dieselbe Art das Land verlassen werden, ehe dieses nicht schlimmer aussieht als ihre einstige Heimat? Und das kann dauern: Man besehe sich Brüssel-Molenbeek, Düsseldorf-Marxloh, Berlin-Neukölln, die Banlieus von Paris, Lyon, Marseille und Grenoble. Für diese Leute ist das immer noch das Paradies.

Also: Wie viele Leute passen in ein Flugzeug? Hä? Wie teuer wird die Festsetzung, Zuführung und der Abtransport einschließlich Flugkosten für eine Millionen Menschen? Was für ein hohles Gelaber, marktschreierisch und völlig blödsinnig! War das als verzweifelter Stimmenfang vom Bundespinocchio gedacht? Na, man sieht ja, wie es funktionierte.

Nach dem Gesülze rasten die Zustimmungswerte noch tiefer in den Keller. Aber ist der Ruf erst ruiniert …!

Was bleibt von ihm, wenn ihn die Zeit irgendwann endlich aus dem Amt gespuckt hat. Man wird von ihm sagen, sollte man sich denn seiner erinnern: Er war der farblose Kanzler des Untergangs, er war das große Maul auf zwei Beinen mit dem buchstäblichen Nichts-Dahinter!

Er war der Kanzler eines Volkes, das ihn, so traurig uns das ankommt sagen zu müssen, letztendlich verdient hat, weil es sich in seiner Scheckbuch-Dekadenz eingerichtet hat, weil es zuließ von einer Boa constricta buerokratica langsam erstickt zu werden, weil es sich einer immer anmaßender auftretenden politischen Verwaltung seines Staatswesens um der eigenen Bequemlichkeit willen ausgeliefert hat, weil es die Errungenschaften der Demokratie nicht mehr wertschätzte und die Leistungen der eigenen Mütter und Väter versoff und verjubelte, weil es sich weigerte, aus der Geschichte zu lernen und dabei zu begreifen, dass niemand bis zu dem Tage außerhalb dieser Geschichte steht, bis sie oder er innerhalb der Kirchhofsmauern liegt.

Wenn das bisschen Bundeswehr dem scheidenden Merzen endlich den Großen Zapfenstreich spielt, dann sollen sie unabhängig von dessen persönlichen Wünschen intonieren: "Nearer my God to thee!" Das wäre einzig angemessen.

Denn ein Schiff in sturmgepeitschter See, dessen Mannschaft dem Käpp'n nur noch zu achtzehn Prozent vertraut, ist verloren und sieht keinen Hafen der Welt je wieder. Nicht in einem Stück. Also: Rette sich, wer kann! Alles zu den Booten! Leute mit Vermögen zuerst! Frauen, Kinder, Heizer, Mittellose … gar nicht.

Für die gilt: Macht den billigen Fusel auf, schaltet Proll 7 oder RTL Schund ein und dröhnt euch die Hucke dicht! Und bereut für den Rest eures kümmerlichen Daseins den Moment, als ihr zu schwach wart, DEN zu verhindern, von dem ihr euch einlullen und besoffen quatschen und belügen ließet, weil er erzählte, was ihr hören, worüber ihr aber nicht nachdenken wolltet. Wer nach 1932 zum zweiten Mal denselben Fehler macht, darf auf kein göttliches Pardon mehr hoffen.

Denn dies sind dann die Tage, von denen ihr laut Prediger 12 Vers 1 werdet sagen: Sie gefallen uns nicht. Un das zu 100 Prozent! AMEN.

33. Volumen

©B.St.Ff.Esq., Pr.B.&Co,2003

16.04.2026